Die Kunst der Kaffeedomantie

Kaffeesatz

Kaffeesatz

Wohl ein Jeder kennt dieses Ritual: Zu Silvester werden Bleistücke auf einem Löffel über der Kerze geschmolzen. Das Blei wird flüssig und in einem Topf voller kaltes Wasser geschmissen. Nach einer kurzen Kühlung nimmt man es aus dem Wasser und hält es gegen das Licht. Der Schatten an der Wand ergibt dann ein Muster, eine Pfanze oder ein Tier. In einem Buch wird herausgefunden, welche Bedeutung es hat und was in dem nächsten Jahr auf einem zukommt.

Wahrsagen einmal ohne Telefonhörer, meinen an dieser Stelle wohl viele. Doch nicht nur Silvester lässt sich dies gut machen, sondern eigentlich sogar jeden Tag – zumindest wenn man gerne türkischen Kaffee und/oder Tee mit richtigen Blätter aufgießt. Ist der Trunk nämlich im Magen verschwunden, bleibt ein Satz in der Tasse zurück. Hier folgt das gleiche, was auch schon beim Bleigießen passiert ist: die Fantasie.

Schon im Mittelalter versuchten sich Menschen an dieser Kunst – dort entstand im Übrigen auch das Bleigießen. Eine andere beliebte Möglichkeit ist das Erkennen von Formen im Schaum des Kaffees.

Und so entstand in den vergangen Jahren und Jahrhunderten eine Konsortium an Interpretationen. Ist die Figur links am Henkel, ist es eine Situation, die sich in der Vergangenheit befindet. Situationen in der Gegenwart werden oben am Rand der Tasse gezeigt und hat man einen Berg gesehen, ist man ehrgeizig. Eine Ente zeigt sich ganz nett mit ihren Trinkern: Die bevorstehende Entscheidung wird positiv ausfallen – und wenn es auch nur das nächste Abendessen ist.

Es gibt sehr viele Möglichkeiten der Interpretation und auch viele Bücher, in denen man sich genau informieren kann, bieten eine gute Möglichkeit, der Zukunft, Gegenwart oder Vergangenheit ein Stück näher zu kommen. Besonders freuen sich können die Menschen, die eine Zahl sehen: Sie zeigt an, wie viele Tage es noch braucht, bis ein wichtiges Ereignis stattfindet.

Bilderrechte: © panthermedia.net/Asja Sirova

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