Kaffeedomantie – Die Zukunft auf dem Tassenboden

Im Kaffeesatz wird schon seit Jahrhunderten gelesen

Im Kaffeesatz wird schon seit Jahrhunderten gelesen

Das Herauslesen von zukünftigen Ereignissen aus dem Kaffeesatz oder umherschwimmenden Teeblättern ist eine uralte Methodik. Seit Harry Potter ist sie populärer denn je. Schon im Mittelalter versuchten die Alchemisten „wahrzusagen“. Wachs oder Blei wurden stark erhitzt und anschließend in kaltem Wasser zum Erstarren gebracht. Diese unterschiedlichen Verformungen verglichen die Alchemisten mit Figuren von tatsächlich eintretenden Ereignissen. Heute ist diese Art der Wahrsagung besonders zu Silvester gebräuchlich – das Bleigießen. Für Interessierte: Der Fachausdruck für das Bleigießen heißt „Molybdomantie“, das Wachsgießen „Wachsomantie“.

Am bekanntesten ist wohl die Deutung des Kaffeesatzes. In China und Japan bediente man sich primär der Kunst des Wahrsagens anhand der Teeblätter, im alten Rom las man im Krug aus dem Bodensatz des Weins. Wie man sehen kann, ist dieses Prinzip der Wahrsagung seit Langem verbreitet und das überall auf der Welt.
Die Deutung ihres Kaffeesatzes ist denkbar simpel, schon auf der Oberfläche der vollen Kaffeetasse lassen sich Deutungen vornehmen. Dazu beobachtet man den Kaffeeschaum bzw. die Crema und deutet die spontanen Bewegungen, die Symbole formen. Die klassische Variante ist, den Kaffee auszutrinken oder wegzuschütten. Beides sollte aufgrund der hohen Temperatur vorsichtig getan werden. Der durch das Wegschütten am Tassenrand hängengebliebene Kaffeesatz kann nun gedeutet werden. Falls man den Kaffee ausgetrunken hat, so muss man die Tasse schwenken, damit sich der Kaffeesatz in der Tasse verteilt.

Eine weitere Möglichkeit ist, die nur noch den Kaffeesatz beinhaltende Tasse auf einem hitzebeständigen Untergrund umzustülpen, zu warten bis sich dieser verteilt hat und schlussendlich die kleinen Figuren erkennen zu können. Die Position der Figuren spielt eine wichtige Rolle: Befinden sie sich links vom Henkel, so stehen sie für Vergangenes. Rechts vom Henkel für Zukünftiges, der obere Rand zeigt die Gegenwart. Nur wenn eine Figur eindeutig erkennbar ist, sollte man sich ihr näher widmen. Falls man eine Figur zwar erkennen kann, diese aber vom Betrachter aus verkehrt herum zu sehen ist, dann kehrt sich die Bedeutung dieser um. Hat man viele Figuren erhalten, so sollte man diese in einem geschichtlichen Zusammenhang deuten. Beispielsweise der Apfel steht für finanziellen oder beruflichen Erfolg. Eine Feder deutet auf Labilität hin, ein Bogen steht für eine schlechte Nachricht, die den Menschen ereilt. Sterne haben je nach Anzahl ihrer Zacken eine andere Bedeutung: Fünfzackige Sterne weisen auf Überwältigendes hin, Sechszackige auf die Nachricht einer Geburt und achtzackige Sterne kündigen eine positive Veränderung an. Freuen können Sie sich auch über einen Schmetterling, er sagt ihnen Sorglosigkeit vorher. Doch Achtung vor der Sichel: Diese deutet leider auf eine Enttäuschung in der Liebe hin. Letztendlich ist wichtig, dass sie diese Deutungen als weisend nehmen, nicht als Dogma.

Bilderrechte: © panthermedia / Frank Fischer

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